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Ursachen einer TBI

 

Schädel-Hirn-Trauma (TBI) verstehen

Ein Schädel-Hirn-Trauma (TBI) entsteht, wenn das Gehirn einer plötzlichen Krafteinwirkung ausgesetzt ist und sich dadurch schnell innerhalb des Schädels bewegt. Diese Bewegung kann die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen.

Das Gehirn ist von Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) umgeben und kann sich dadurch innerhalb des Schädels geringfügig bewegen. Bei einem Sturz, einem Zusammenstoß, einem abrupten Stopp oder einer starken Beschleunigung kann sich das Gehirn verschieben, drehen oder gedehnt werden.

Auch wenn kein direkter Aufprall auf den Kopf stattfindet, können diese Kräfte empfindliche neuronale Netzwerke belasten, die unter anderem für Bewegung, Gleichgewicht, Gedächtnis, Sehen, Konzentration und emotionale Regulation verantwortlich sind.

In vielen Fällen zeigen MRT- und CT-Untersuchungen keine Auffälligkeiten, da diese bildgebenden Verfahren vor allem Blutungen oder strukturelle Schäden erkennen. Mikroskopisch kleine Veränderungen, die die normale Gehirnfunktion beeinträchtigen können, lassen sich damit häufig nicht darstellen.

Aus diesem Grund können Patienten deutliche Beschwerden haben, obwohl die medizinische Bildgebung „normale“ Befunde zeigt.

Häufige Ursachen von Hirnverletzungen

Schädel-Hirn-Traumata können in sehr unterschiedlichen Situationen entstehen.

Stürze

Stürze gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen eines Schädel-Hirn-Traumas, insbesondere bei kleinen Kindern und älteren Menschen.

Beispiele sind:

  • Sturz von einer Leiter

  • Sturz auf einer Treppe

  • Ausrutschen im Badezimmer

  • Sturz beim Sport

  • Sturz mit dem Fahrrad

  • Sturz vom Pferd

  • Sturz aus dem Bett

Selbst relativ leichte Stürze können in manchen Fällen die normale Gehirnfunktion beeinträchtigen.

Verkehrsunfälle

Verkehrsunfälle gehören weiterhin zu den häufigsten Ursachen mittelschwerer und schwerer Hirnverletzungen.

Dazu zählen:

  • Autounfälle

  • Motorradunfälle

  • Fahrradunfälle

  • Unfälle mit Motorrollern oder E-Scootern

  • Unfälle mit Fußgängern

In vielen Fällen entsteht die Verletzung nicht nur durch den eigentlichen Aufprall, sondern auch durch die schnelle Beschleunigung und Abbremsung des Gehirns innerhalb des Schädels.

Sportbedingte Gehirnerschütterungen

Sport ist eine weitere häufige Ursache traumatischer Hirnverletzungen.

Zu den Sportarten und Aktivitäten mit einem höheren Risiko gehören:

  • Rugby

  • Fußball

  • Boxen

  • Kampfsport

  • Eishockey

  • Radfahren

  • Skifahren

  • Snowboarden

  • Reiten

Wiederholte Gehirnerschütterungen oder wiederholte leichte Einwirkungen auf den Kopf können bei manchen Menschen ebenfalls zu langfristigen neurologischen Problemen beitragen.

Körperliche Gewalt

Hirnverletzungen können auch entstehen durch:

  • häusliche Gewalt

  • körperliche Übergriffe

  • Kindesmisshandlung

Bei Säuglingen kann heftiges Schütteln zum Schütteltrauma (Shaken Baby Syndrome) führen. Dabei handelt es sich um eine schwere Form der Hirnverletzung, die durch schnelle Beschleunigungs- und Abbremsbewegungen des sich noch entwickelnden Gehirns verursacht wird.

Explosionsbedingte Hirnverletzungen

Militärangehörige und andere Personen, die Explosionen ausgesetzt sind, können auch ohne sichtbare Kopfverletzung eine Hirnverletzung erleiden.

Die durch eine Explosion erzeugte Druckwelle kann sich durch den Schädel ausbreiten und die normale Gehirnfunktion beeinträchtigen.

Eine Hirnverletzung ist nicht immer offensichtlich

Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Schädel-Hirn-Trauma nur nach einem schweren Unfall oder bei vollständigem Bewusstseinsverlust auftreten kann.

In Wirklichkeit ist dies häufig nicht der Fall.

Eine Hirnverletzung kann auch auftreten, wenn:

  • kein direkter Schlag auf den Kopf stattgefunden hat;

  • keine Bewusstlosigkeit aufgetreten ist;

  • die betroffene Person sich nur wenige Minuten „benommen“ oder verwirrt fühlte;

  • sich die Symptome erst Stunden oder sogar Tage später entwickelten;

  • CT- oder MRT-Untersuchungen unauffällig waren.

Dies ist einer der Gründe, warum traumatische Hirnverletzungen manchmal als „unsichtbare Verletzungen“ bezeichnet werden.

Häufige Symptome

Die Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas können sich von Mensch zu Mensch stark unterscheiden, je nachdem, welche neuronalen Netzwerke betroffen sind.

Häufige Symptome sind:

  • anhaltende Kopfschmerzen

  • Schwindel oder Drehschwindel

  • Müdigkeit

  • Brain Fog

  • Konzentrationsprobleme

  • Gedächtnisstörungen

  • verlangsamtes Denken

  • Gleichgewichtsstörungen

  • verschwommenes Sehen oder Doppelbilder

  • Licht- oder Geräuschempfindlichkeit

  • Ohrgeräusche (Tinnitus)

  • Schlafstörungen

  • Angst

  • Depression

  • Stimmungsschwankungen

  • Reizbarkeit

  • verminderte Koordination

  • Muskelschwäche

  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln

  • Schwierigkeiten bei der Rückkehr in den Beruf, die Schule oder zum Sport

Einige Beschwerden bessern sich innerhalb weniger Tage oder Wochen, während andere über Monate oder sogar Jahre bestehen bleiben können.

 

Genesung und Neuroplastizität

Das Gehirn besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit, sich nach einer Verletzung neu zu organisieren.

Dieser als Neuroplastizität bezeichnete Prozess ermöglicht es gesunden neuronalen Netzwerken, bestehende Verbindungen zu stärken und neue funktionelle Verbindungen aufzubauen.

Der Genesungsverlauf ist sehr individuell und hängt von zahlreichen Faktoren ab, darunter die Schwere der Verletzung, die betroffenen Gehirnregionen, der allgemeine Gesundheitszustand und die Rehabilitation.

Bei der Brain Recovery Association ist unser Ansatz darauf ausgerichtet, diesen natürlichen Prozess der Neuroplastizität durch individuell abgestimmte, nicht-invasive Neuromodulationsverfahren zu unterstützen, die die konventionelle neurologische Rehabilitation ergänzen.

Die Forschung auf diesem Gebiet wird kontinuierlich fortgeführt. Erste klinische Studien haben ermutigende Ergebnisse gezeigt und liefern weitere Erkenntnisse für die Entwicklung evidenzbasierter Behandlungsstrategien.

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